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Chronik

Mit der Errichtung seines Testaments am 15. Juli 1537 hat der Kaufmann Dirck Koster (Handel mit Baumaterialien) die Stiftung begründet, die bis heute seinen Namen trägt. Damit ist die Stiftung "Dirck Koster-Testament" eine der ältesten Stiftungen Hamburgs. Nach dem Willen des Stifters war es Stiftungszweck, "wahrhaftig bedürftige rechtschaffene Gottesarme, die fromme Leute sind" in die 24 "Gottesbuden" im Stiftsgebäude, dem "Glockenhof" in der Spitalerstraße, aufzunehmen und regelmäßig mit Heizmaterial, Schuhen und einem bescheidenen finanziellen Zuschuss für Ernährung zu unterstützen.

Wachsende Aufwendungen für die Unterhaltung der alten Bausubstanz führten in den 70er Jahren des 19. Jh. zu ersten Überlegungen, die Gottes-wohnungen neu in angemessener Weise zu bauen. In einer außerordentlichen Vorstands-sitzung am 28. April 1891 wurde der Beschluss gefasst, das Stiftsgebäude in der Spitalerstraße zu verkaufen. Mit dem geschätzten Verkauferlös von 130.000 - 150.000 Mark und dem damaligen Barvermögen des Testaments in Höhe von ca. 122.000 Mark sollten 40 Freiwohnugen für allein-stehende ältere Frauen aus den ’unteren Ständen’ errichtet werden.

Obwohl sich der Verkauf des alten "Glockenhofes" sehr schwierig und langwierig gestaltete, wurden letztendlich 70 Stiftswohnungen auf einem von der Finanzdeputation gegen eine "Recognition" von jährlich 3,- Mark überlassenen 1.540 m² großen Grundstück in der Baustraße 37 (Stadtteil Borgfelde) erbaut. Am 2. Oktober 1893 konnte der Neubau bezogen werden. Der Einzug ging "durchaus glücklich vonstatten unter Bewirtung der Insassinnen mit Kaffee und Kuchen in der neuen Waschküche".

Etwa 50 Jahre später, in der Nacht vom 24. auf 25. Juli 1943, wurde das Stiftsgebäude - und damit das "Herzstück" der Stiftung - bei einem Luftangriff völlig zerstört. Einem Bericht zufolge fanden dabei "6 - 8 Frauen" den Tod.

Ihrer materiellen Basis weitgehend beraubt, blieb Dirck Kosters gemeinnützige Stiftung mit einem verbliebenen Kapitelbestand von ca. 70.000 RM bestehen. Trotz widriger Umstände war beim damaligen Stiftungsvorstand keine Resignation eingetreten, sondern konsequent der Plan verfolgt worden, an einer geeigneten anderen Stelle ein neues Stiftsgebäude zu errichten.

Am Ende einer Reihe alternativer Planungen konnte es im Jahr 1955 erreicht werden, dass die Liegenschaftsverwaltung der Freien- und Hansestadt Hamburg der Stiftung ein 13.000 m² großes Grundstück in Hamburg-Eidelstedt auf Erbpacht überlassen hat. Darauf wurde ein Gebäude errichtet mit 103 Wohneinheiten von schlichtem Komfort (17,5 - 27 m² Wohnfläche) sowie einer Verwalterwohnung. Die Belegung der Wohnungen erfolgte nach den damals geltenden Regeln der Wohnraumbewirtschaftung (LAG-Schein), festgelegten Einkommensobergrenzen und der Voraussetzung, dass die Bewerber ein Mindestalter von 65 Jahren erreicht hatten. Neben der Monatsmiete, die je nach Wohnungsgröße zwischen 63,16 DM und 91,17 DM schwankte, hatten die Mietinteressenten einen Finanzierungsbeitrag zwischen 500 und 1.000 DM zu leisten. Im Januar 1958 konnten die ersten Bewohner einziehen.

In 2 Bauabschnitten in den Jahren 1974/75 und 1996-98 wurden mit finanzieller Unterstützung der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt umfangreiche Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Je 2 Einzimmerwohnungen wurden zu einer Zweizimmerwohnung zusammengelegt, die in Größe und Ausstattung den Kriterien des sozialen Wohnungsbaus entsprechen.

In ihrer 470jähigen Geschichte hat sich die Stiftung Dirck Koster-Testament zwar den Erfordernissen des Zeitablaufs angepasst. Der Zweck der Stiftung ist jedoch bis heute der gleiche, den der Stifter 1537 verfolgt hat: bedürftigen älteren Mitbürgern eine Heimstätte für den Lebensabend zu bieten. Wie den Leitungsgremien in der langen Stiftungsgeschichte ist es auch das konsequent verfolgte Ziel des aktuellen ehrenamtlich arbeitenden Vorstandes, die Stiftung nach dem im Testament niedergelegten Willen Dirck Kosters zu führen und für die weitere Zukunft lebensfähig zu gestalten.



Für weitere Informationen:

Von Gottesbuden zum Wohnstift -
Die Geschichte der hamburgischen Stiftung "Dirk Koster Testament" 1537 - 1977

Beiträge zur Geschichte Hamburgs, herausgegeben vom Verein für Hamburgische Geschichte
Band 15, Autor: Peter Gabrielsson
Bei Interesse zu beziehen über die Verwaltung der Stiftung.
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